Zur Geschichte des Camaro

Kurz vor der Premiere im September 1966 wurde der neue Chevy-Sportwagen "Camaro" getauft. Der Name soll sich vom französischen Wort "Camarade" herleiten, welches übersetzt "Kamerad" oder "Freund" bedeutet. Hintergrund war, dass zu jener Zeit alle Modelle der Marke einen C-Namen trugen, darunter Corvair und Corvette. Die Zielrichtung gab Chevrolet unmissverständlich vor: Der Camaro sei ein "kleines, böses Tier, das Mustangs essen würde", diktierten Vertriebsmitarbeiter in die Notizblöcke der Presse. Mit klein meinte man übrigens 4,70 Meter. Böse sah der Camaro tatsächlich aus, speziell die Versionen mit Scheinwerferabdeckungen. Der Erfolg gab den GM-Managern recht: Schon die normalen V8-Versionen litten nicht unter Leistungsmangel, doch die ganz heissen Camaros trugen das Kürzel SS für Super Sport im Kühlergrill. Dahinter verbargen sich Kraftwerke mit Leistungen zwischen 295 und 425 PS, die ihre Power auf Hinterachse mit Blattfedern losliessen.

Schon 1970 ging die zweite Camaro-Generation an den Start, diesmal mit einem europäisch anmutenden Fastback. Eine Cabrio-Version gab es nun nicht mehr, als Alternative gab es herausnehmbare Dachhälften. Anfangs konnten die Kunden wie gehabt zu riesigen Achtzylindern mit bis zu 6,6 Liter Hubraum greifen. Doch schon 1972/1973 gerieten der Camaro und sein Schwestermodell, der Pontiac Firebird, in Bedrängnis. Verschärfte Sicherheits- und Abgasbestimmungen sowie die Ölkrise sorgten für eine Existenzkrise. Das Überleben des Camaro sicherten ein umfangreiches Lifting im Jahr 1974 und deutlich gedrosselte Motoren. Stärkster Antrieb war ein 5,7-Liter-V8, der ab 1975 nur noch magere 145 PS zu bieten hatte.

Nach für US-Verhältnisse unglaublichen zwölf Jahren ging 1982 die dritte Camaro-Generation an den Start. Das Fahrwerk wurde deutlich verbessert, doch es blieb bei einer bescheidenen Leistungsausbeute von maximal 165 PS. Das Basismodell begnügte sich mit einem 90-PS-Vierzylinder, eine Reaktion auf die zweite Ölkrise von 1979. Gegen Ende der 1980er-Jahre stiegen die PS-Zahlen wieder, der Vierzylinder wurde gestrichen. Ab 1987 konnten die Camaro-Fans zudem wieder ein Cabrio bekommen. Im Jahr 1993 präsentierte Chevrolet die vierte Auflage des Sportwagens. Das bislang eckige Design wich einem umstrittenen rundlichen Äußeren. Dafür gab es endlich wieder richtig Power, im Topmodell Z28 kam der auf 275 PS gedrosselte 5,7-Liter-V8 aus der Corvette zum Einsatz. Obgleich der Name Camaro weltweit bekannt war, stellte Chevrolet die Produktion 2002 ein, offiziell mit schlechten Absatzzahlen begründet. Doch wieder einmal wurde der Ford Mustang zum Weckruf: 2004 debütierte der Mustang im Retro-Look. Nur ein Jahr später zeigte Chevrolet die Studie eines neuen Camaro, der zwar das Vorbild von 1966 zitierte, ohne aber notalgisch zu wirken. 2009 schliesslich ging der optisch fast unveränderte Wagen in die Produktion.

2015 scheint die Area des letzten Camaros zu sein, am Genfer Autosalon wurde noch das 2015 Modell gezeigt.  Infolge Rückzug Chevrolet kann aber dieses Modell nicht mehr in der Schweiz / Europa bestellt werden. (im Euroraum eventuelle Direktimporte ) - über die weiteren Modelle,  wie etwa der Camaro ZL1, Z28  oder die Weiterentwicklung des COPO (renntauglich) war am Genfer Salon 2015 ebenfalls nichts neues zu erfahren.

Nach Ankündigung soll jedoch im 2016 ein neuer Camaro auf ähnlicher Basis wie der Cadillac ATS-V präsentiert werden. Interessant natürlich dann die Auswahl und Leistung der Motoren, die sich zwischen 460 und 640 (Kompressor) einpegeln dürften. Sicher eine interessante Alternative, lassen wir uns überraschen.

Z/28 Nürnburgring Z/28 Serie

 

 

 

Mehr Informationen Chevrolet USA

 

Bild Camaro "Hot Wheels", Bonstetten 2014